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15. Februar 2023

Was ist eine Bindung?

Beim Weben werden zwei Fadensysteme rechtwinklig verkreuzt: die Kettfäden, die längs im Webstuhl gespannt sind, und die Schussfäden, die quer eingetragen werden. Die Bindung beschreibt, nach welchem Muster Kett- und Schussfäden übereinander- und untereinander laufen. Sie bestimmt Aussehen, Griff und Festigkeit eines Stoffs. Es gibt drei Grundbindungen: Leinwand, Köper und Atlas.

1. Leinwandbindung

Jeder Schussfaden läuft abwechselnd über und unter einem Kettfaden. Das ergibt einen dichten, festen und glatten Stoff, zum Beispiel Popeline, Batist, Chambray oder Canvas. Eine Abwandlung ist die Panamabindung: Hier laufen jeweils zwei oder mehr Fäden parallel, es entsteht eine feine Würfelstruktur wie bei Oxford-Hemdenstoffen.

2. Köperbindung

Der Schussfaden läuft über oder unter mehreren Kettfäden, und der Bindungspunkt verschiebt sich in jeder Reihe um einen Faden. So entsteht der typische diagonale Grat. Köperstoffe sind robust und fallen weich. Denim ist ein Köpergewebe, meist ein 3/1-Kettköper: Auf der Außenseite liegen vor allem die blau gefärbten Kettfäden, innen die hellen Schussfäden. Auch Gabardine und Chinostoffe sind Köper.

3. Atlasbindung (Satin)

Die Fäden laufen über viele Fäden hinweg, die Bindungspunkte liegen weit auseinander. Das ergibt eine sehr glatte, glänzende Oberfläche, etwa bei Satin, allerdings weniger scheuerfest.

Und Bio-Denim?

Bio-Denim ist wie jeder klassische Denim ein Köpergewebe. Der Unterschied liegt nicht in der Bindung, sondern in der Faser: Bio-Denim wird aus Bio-Baumwolle gewebt. Ob ein Denim dehnbar ist, hängt ebenfalls nicht von der Bindung ab, sondern davon, ob dem Schussgarn Elasthan beigemischt ist.

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